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Schreiben zu Bildern (9.Jahrgang - Edward Hopper)


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„MIR GEHTS GUT, UND DIR ?“            (anonym 2020)

Diese Geschichte spielt von zwei Menschen, zur gleichen Zeit, am selben Tag.

Mr. Morgen ist ein etwas ungeduldiger und genervter Mensch. Er lebt in Schottland in einer Wohnung ganz allein. Jeden Morgen macht er sich seinen Tee und ein typisches schottisches Frühstück, welches aus Schweinefleisch, Wurst, Eiern und schwarzem Pudding besteht. Natürlich war er auch wie jeden Morgen wieder vom trüben Wetter genervt. Ganz wo anders auf der Welt begann eine Frau namens Ms. Watson ihren Tag, in ihrem Haus, in Florida. Sie macht sich einen Café mit einem typisch amerikanischen Frühstück, dass bedeutet: Pancakes mit Ahornsirup, Frühstücksflocken und Bacon. Sie freut sich über das gute Wetter, was schon seit Wochen anhielt. Nach dem Frühstück macht sich Mr. Morgen auf den Weg zu seiner Arbeit. Mr. Morgen ist tätig in der Verwaltungsbehörde. Natürlich hasst er seinen Job, und wenn jemand sagt: „Such dir was neues.“, sagt er immer: „Für einen Wechsel ist es jetzt eh schon zu spät.“ Seine Arbeitszeiten sind nicht besser. Mr. Morgen muss immer von 8 bis 22 Uhr arbeiten. Mit einer 12 Minuten Pause um 11:30 Uhr, die er, wenn er sie verpasst, nicht nutzen darf. Naja, und die Bezahlung reicht auch nur für die notwendigen Dinge aus.

Ms. Watson hat hingegen einen sehr guten Job. Sie schreibt Artikel für die wohl größte Tageszeitung der Staaten und zwar für das „The Wall Street Journal“. Sie hat den komfortablen Vorteil zu entscheiden, ob sie von Zuhause arbeitet oder ins Büro fährt. Ihre Arbeitszeiten kann sie sich auch selbst einteilen.  Selbstverständlich fährt Ms. Watson ein Cabrio, da ihre Bezahlung über jenes Notwendige hinaus geht. Nach einem sehr langen Arbeitstag zieht es Mr. Morgen vor, in eine Bar zu gehen, namens Phillies. Dort angekommen setzt er sich an die Bar und lässt sich normalerweise volllaufen, aber dieses Mal hat er nach langer Zeit wieder Glück. Die Frau, die er vor ein paar Monaten sah, sitzt jetzt neben ihm und fragt ihn, wie es ihm denn so geht.

Ms. Watson fährt nach einem langen Arbeitstag immer zu  ihrer Mutter, wo sie auf ihrer Terrasse die Seele baumeln lässt. Dort angekommen fragt die Mutter immer, wie es ihr denn so geht. Und beide Menschen, der eine, der immer schlecht gelaunt ist, und die andere, die immer gut gelaunt ist, sagen heute das gleiche, und zwar: „Mir gehts gut, und dir?“


SECHS MONATE

(von Sarah Y., 9c, 2020)

Ich sehe ein letztes Mal zu dem Balkon meines Hauses hoch und sehe sie lächeln.

Ich lächle zurück und steige ins Auto. Alles, woran ich denken kann ist, dass ich sie vermissen werde. Sie war nicht gerade glücklich, als sie erfahren hat, dass ich für ein paar Monate im Ausland arbeiten muss. Ich musste ihr Versprechen, dass ich so schnell zu ihr zurückkomme, wie ich es kann.

Nach einem kurzen Augenblick startete ich das Auto und fuhr die Straßen entlang. Immer weiter weg von ihr. Ich versuchte mich zu überzeugen, dass es für uns das Beste sei, denn wir brauchten das Geld. Danach suche ich mir einen Job in der Gegend.

Nach sechs Monaten ist es endlich soweit. Ich kann zurück nach Hause fahren. Es hat ein wenig länger gedauert, als ich gedacht habe. Während ich mein Gepäck in den Kofferraum meines Autos packte, rief einer meiner Freunde meinen Namen.

Als ich mich umdrehte sagte er: „Mark, willst du mit zu einer Bar kommen?“

Früher bin ich immer mitgekommen, aber Zeiten ändern sich. „Ich kann nicht“, sagte ich, „ich habe zu tun.“ Er sah mich freundlich an. „Kommst du dann nächstes Mal mit“? Ich nickte und stimmte zu.

Wir verabschiedeten uns und ich stieg ins Auto, um nach Hause zu fahren. Bevor ich losfahren konnte, bekam ich einen Anruf. Es war meine Schwiegermutter.

Weil ich ein schlechtes Gefühl bekam, nahm ich den Anruf so schnell ich konnte entgegen. Panisch find sie an zu reden. Sanft versuchte ich, sie zu beruhigen.

„Du musst langsamer sprechen, ich verstehe dich nicht.“

Mit zitternder Stimme fragte sie: „Wo bist du gerade?“ „Was ist passiert?“, wollte ich wissen. Sie fing an zu weinen. „Anna ist in einen Autounfall gekommen.“

Mir wurde übel und ich ließ mein Handy aus meiner Hand fallen. „Geht’s dir gut, bei welchem Krankenhaus seid ihr?“

Nachdem sie mir den Namen des Krankenhauses nannte, fuhr ich so schnell ich konnte den Weg dorthin. Nachdem ich mein Auto geparkt hatte, lief ich rein. Als mir von einer Ärztin erzählt worden war, dass Anna gerade im Operationssaal sei, wollte ich mich auf einen Stuhl setzen und warten. Aber meine Schwiegermutter hielt mich davon ab: „Es kann Stunden dauern, bis sie wieder rauskommt, lass uns zu einem Caféladen gehen und dort ein wenig warten. Du siehst erschöpft aus.“

„Aber was, wenn ihr etwas passiert?“ „Die Ärzte kümmern sich um sie und du brauchst eine Pause.“

In ihrem Blick erkannte ich, dass es nichts bringen würde, mit ihr zu diskutieren.

Als wir in den Laden hineinliefen, der in der Nähe des Krankenhauses war, setzten wir uns an einen Tisch, der einen Ausblick zum Krankenhaus hatte.

Wir bestellten uns Kaffees und wieder einmal konnte ich nur an das Lächeln meiner Frau denken.


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